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Blaue Blusen
Die „Blauen Blusen“ waren eine kommunistische Kölner Theatergruppe in der Weimarer Republik.
Die „Blauen Blusen“ war eine Kölner Agitpropgruppe der KPD Ende der 20er Jahre. Vorbild dieses politischen Arbeitertheaters war die „Blaue Bluse“ aus Moskau, die auch in Deutschland auf Tournee ging. Ein Gaststück in Köln gab den Anstoß zur Gründung der Kölner Laientheatergruppe. Im mittelrheinischen KPD-Bezirk war sie die bedeutendste kommunistische Agitpropgruppe.
Der Name rührte von den blauen Blusen, die Proletarier als Arbeitskleidung tragen. Die politische Aussage stand im Vordergrund, die „Blauen Blusen“ traten bei Partei- und Wahlveranstaltungen und auf der Straße auf. Ende der 20er Jahre hatte die Gruppe etwa 20 Mitglieder.
Die Polizei ging gegen die „Blauen Blusen“ vor, sie sprach Spielverbote aus und teilweise mussten Aufführungen abgebrochen oder abgesagt werden. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten löste sich die Theatergruppe auf, „Blaue Blusen“-Darsteller wurden von der Gestapo verhaftet, weil sie auch aktiv in der KPD gearbeitet hatten.
Müller, Jürgen: „Willkommen, Bienvenue, Welcome...“ Politische Revue – Kabarett – Varieté in Köln 1928-1938, Köln 2008
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